Vermutlich hat jeder Mensch so seine „Schwachstelle“. Bei mir sind es die Blasenentzündungen. Mal schlimmer, mal weniger schlimm, aber selten haben sie mich ganz in Ruhe gelassen. Blasenentzündungen waren auch der Grund, warum ich begonnen habe, mich immer mehr mit Ernährung auseinanderzusetzen. Es ist unglaublich, wie viele chronische Beschwerden durch eine gute Ernährung gebessert werden können. Heute gibt es zu diesem Thema einen ganz persönlichen Eintrag von mir: neben ganz konkreten Tipps und Erfahrungen möchte ich euch auch erzählen, wieso Krankheiten auch manchmal als ganz persönlicher Wendepunkt dienen.

Auch wenn die Blasenentzündungen mich inzwischen nicht mehr so oft heimsuchen wie früher, glaube ich, dass ich die Anfälligkeit nie verlieren werde. Gerade bei chronischen Krankheiten geht es vielmehr darum, die Zeichen des Körpers ernst zu nehmen und seinen ganz eigenen Weg zur Besserung zu finden. Ob das nun Blasenentzündungen sind, Gelenkschmerzen oder Migräne: durch viele kleine Veränderungen können wir es oft schaffen, die Beschwerden zu lindern. Ich habe vor allem durch die Umstellung meiner Ernährung, aber auch den Aufbau meines Immunsystems und den Umgang mit Stress eine deutliche Verbesserung erreicht.

Inzwischen sehe ich die Krankheit auch nicht mehr nur als „Unglück“, sondern als meinen ganz persönlichen Wendepunkt. Hätte ich die Beschwerden (oder andere) nicht gehabt, hätte ich vermutlich nie begonnen mich intensiver mit Ernährung auseinanderzusetzen und meine Leidenschaft für dieses Thema entdeckt. Für diese Entwicklung bin ich sehr dankbar (auch wenn mir das lieber keiner erzählen sollte, wenn mir gerade die Blase schmerzt!). Mir persönlich hat es geholfen erstmal zu akzeptieren, dass auch die Blasenentzündungen irgendwie zu mir gehören und dass es einen Grund gibt, warum sie da sind. Im nächsten Schritt kann man dann sehen, inwieweit man sich damit arrangiert und was man verändern muss, um im besten Fall beschwerdefrei zu leben. Mich hat es vor allem oft belastet, dass Blasenentzündungen (wie viele andere chronische Beschwerden) eine „unsichtbare“ Krankheit ist. Es bekommt also oftmals niemand mit, dass es einem eigentlich gerade sehr schlecht geht. Und will man das jedem erzählen? Naja – vermutlich nicht jedem. Oft hilft es jedoch auch schon, offen in seinem Freundeskreis darüber zu sprechen. (Leider) hat nämlich doch fast jeder irgendein Päckchen zu tragen und schon dieses miteinander zu teilen und zu fühlen, dass man nicht alleine ist, kann Wunder bewirken! Habt ihr auch irgendwelche Beschwerden, die zu eurem ständigen Begleiter geworden sind?

Erstaunlich ist außerdem, was passiert, wenn man sein Leben in einem Bereich „in die Hand nimmt“. Durch die neue Achtsamkeit im Bereich der Ernährung, habe ich mir plötzliche viele andere Fragen gestellt: Reicht gute Ernährung aus? Wenn ich mir durch gute, vollwertige Nahrung etwas Gutes tue, sollte ich dann nicht auch aufhören mir konventionelle Kosmetik ins Gesicht zu „schmieren“? Und überhaupt, der ganze Müll der durch den vielen Konsum entsteht, muss das sein? So lagen für mich persönlich eine Umstellung auf Naturkosmetik und eine generelle nachhaltigere Lebensweise sehr nahe – denn was bringt es uns langfristig, wenn wir gesund sind, unsere Erde aber nicht? (Okay, okay! Genug erhobener Zeigefinger an dieser Stelle!)

Ich möchte nun meine ganz persönliche Sammlung an Erfahrungen und Hilfsmitteln teilen, die ich gegen Blasenentzündungen eingesetzt habe. Einige der folgenden Tipps könnt ihr allgemein bei wiederkehrenden oder chronischen Krankheiten ausprobieren, da sie nicht spezifisch für die Anwendungen gegen Blasenentzündungen sind. Einige andere können ganz gezielt gegen Harnwegsinfekte eingesetzt werden.

Für mich persönlich war es die Summe der vielen kleinen Veränderungen, die inzwischen eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Blasenentzündungen, aber auch meinem allgemeinen Wohlbefinden erzeugt haben. Leider gibt es dafür aber kein Patentrezept und jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Das Wichtigste dabei ist: gebt nicht auf, egal, was es ist, es gibt immer einen Weg!

AUFBAU DER DARMFLORA

Das Immunsystem steht in direktem Zusammenhang mit dem Darm. Etwa 80 Prozent aller Immunzellen sitzen im Darm. Da ein starkes Immunsystem nicht nur bakterielle Infekte und Viren vom Körper fern hält, sondern auch bei chronischen Krankheiten eine wichtige Rolle spielt, kommt man darum meiner Meinung nach nicht herum. Ich habe die deutlichste direkte Verbesserung meiner Blasenentzündungen erfahren, nachdem ich (unter Anleitung meiner Heilpraktikerin) meine Darmflora aufgebaut habe. Anleitungen dazu gibt es zwar auch im Internet, allerdings kann ich nur empfehlen sich dabei professionellen Rat zu holen.
(Wen das Thema Darm interessiert: in meinem letzten Post habe ich das Buch „Darm mit Charme“ der jungen Wissenschaftlerin und Autorin Giulia Enders empfohlen. Sehr hoher Lerneffekt!)

AUFBAU DES IMMUNSYSTEMS

  • Angocin Anti Infekt N: Die Inhaltsstoffe von Kapuzinerkresse und Meerrettich wirken sowohl gegen Bakterien, Viren, Pilze als auch anregend und unterstützend für das Immunsystem.
  • Autovaccine: Ebenfalls eine Empfehlung meiner Heilpraktikerin. Autovaccine sind individuelle Heilmittel, die aus körpereigenen Bakterien hergestellt werden und zur Therapie chronischer Infektionen eingesetzt werden.
  • Echinacea: Eine Heilpflanze, die das Immunsystem stärkt – nicht nur gegen Blasenentzündungen, sondern jegliche Art von Infekten. Gibt es in Pulver- oder Tablettenform.

BLASENENTZÜNDUNG BEKÄMPFEN

  • Cystinol akut: Bärentraubenblätterextrat als aktiver Wirkstoff wirken antibakteriell und hemmen Pilzwachstum. Diese können vorbeugend über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, oder auch zur Unterstützung bei einer akuten Entzündung.
  • D-Mannose: Die Zuckerart wirkt wie Antibiotikum, nur ohne die negativen Nebeneffekte. D-Mannose wird nur sehr langsam verstoffwechselt und wird dadurch mit dem Urin ausgeschieden. Sie bindet bei ihrem Weg durch die Blase diejenigen Bakterien an sich, die Harnwegsinfekte auslösen. Kann ebenfalls vorbeugend über einen längeren Zeitraum eingenommen werden (dafür am besten abends einnehmen, so dass die Mannose über Nacht in der Blase bleiben kann), wirkt bei vielen Betroffenen aber auch bei akuten Entzündungen sehr gut!
  • (Blasen)Tee: Nicht zu unterschätzen, auch wenn es sich so banal anhört, trinken trinken trinken. Blasentee hilft! Bei mir war die Chance, dass ich nochmal die Kurve bekomme, eindeutig davon abhängig wieviel ich direkt bei den ersten Anzeichen getrunken habe. Kocht euch eine Kanne Tee und trinkt diese möglichst schnell leer. Wenn ihr keinen Blasentee mehr sehen könnt, gehen auch andere Kräutertees, milde Früchtetees oder Wasser.
  • Apfelessig: Auch wenn er schon einen kompletten Eintrag bekommen hat, hier nochmal der Hinweis: täglich ein Glas Wasser mit einem Schluck Apfelessig trinken hilft sehr gut zur Vorbeugung von Blasenentzündungen. Auch im akuten Fall schafft die verdünnte Mischung durch die antibakterielle Wirkung schnell Abhilfe.
  • Cantharis Globuli: Homöopathie – kann man dran glauben, oder auch nicht. Ich bin mir selbst manchmal nicht sicher, habe aber in meinen verzweifelten Phasen nach jedem Strohhalm gegriffen. Geschadet hat es mir jedenfalls nie.
  • Orthomolekulare Medizin: In der orthomolekularen Medizin werden gezielt Vitalstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, usw.) zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Wichtig für die allgemeine Schleimhautpflege (und somit auch Darm- und Blasenschleimhaut) sind vor allem die Spurenelemente Zink und Selen, Magnesium sowie Omega-3-Fettsäuren. Auch Mikronährstoffe, die oxidativen Stress verringern – der immer bei Entzündungen auftritt – können sich positiv auf Blasenbeschwerden auswirken. Das gilt unter anderem für Vitamin A, C, E und Selen. Ein Blutbild kann helfen Aufschluss darüber zu geben, ob die genannten Mineralstoffe in ausreichendem Maße vorliegen.
  • Impfung: Sogar Impfungen gegen Blasenentzündungen gibt es – in Form von Tabletten oder Spritzen. Hierzu kann man sich vom Hausarzt oder am besten direkt einem Urologen beraten lassen. Ich habe eine Impfung in Spritzenform durchführen lassen, habe allerdings leider keine konkrete Verbesserung gespürt. Die Wirkung ist jedoch bei jedem unterschiedlich, so dass auch dies ein Versuch wert sein kann.

ZUSAMMENHANG BLASENENTZÜNDUNGEN UND ALLERGIEN

Ich habe bei mir persönlich beobachtet, dass ich oft Beschwerden nach bestimmten Nahrungsmittel oder besonders auch nach dem Sport hatte. Komisch, das hört sich fast wie eine Histaminintoleranz an – kann das denn sein? Als ich begann nach einem Zusammenhang zwischen Blasenentzündungen und Histaminintoleranz zu recherchieren, wurde ich leider erst nicht fündig. Bis ich begann meine Suche auf Englisch auszuweiten:  während deutsche Quellen noch recht spärlich verfügbar sind, gibt es im englischsprachigen Raum bereits einige aussagekräftige Studien dazu (die man findet, wenn man im Internet beispielsweise nach „bladder infection histamin intolerance“ sucht.)  Ja, es kann einen Zusammenhang geben! Ob das bei mir der Fall ist, teste ich momentan noch aus. Mehr zum Thema Histaminintoleranz findet ihr auch bald auf unserem Blog.

Wollt ihr mehr zu einem der angesprochenen Themen wissen? Erkennt ihr euch in manchem Genannten wieder und wollt das teilen? Ich freue mich über jede Rückmeldung!

Foto: Annie Spratt