Auf der Suche nach Alternativen zu glutenhaltigen Getreidearten bin ich vor einigen Monaten auf ein Korn gestoßen, das sich als wahrer Allrounder entpuppt hat: Hirse. Zugegeben, ihr Image ist eingestaubt und steht dieser Tage im Schatten von Cous Cous, Quinoa und Co. Zu Unrecht, wie ich finde! Denn Hirse hat es in sich: Sie liefert wertvolle Nährstoffe, Spurenelemente und ist randvoll mit Antioxidantien.

Genau wie Dinkel oder Weizen gehört das kleine Korn zur Familie der Süßgräser, ist jedoch – zu meiner Freude – frei von dem Klebereiweiß, das im Samen einiger Getreidearten vorkommt und somit ein Segen für alle, die wie ich an einer Glutenintoleranz oder gar Zöliakie leiden. Das soll jedoch keinesfalls bedeuten, dass die „toleranten“ unter uns der Hirse nicht auch eine Chance geben sollten, öfter auf ihrem Teller zu landen.

KLEINES KORN, GROSSE WIRKUNG

Neben der sättigenden Wirkung ist Hirse nämlich leichtbekömmlich, schützt die Darmschleimhaut und hilft bei der Entgiftung des Körpers. Hinzu kommt, dass Hirse eine Geheimwaffe für schöne Haut, Haare und Nägel ist. Aber das ist längst nicht alles: Wer beispielsweise häufig Probleme mit den Atemwegen hat, sollte Hirse statt Weizen oder Dinkel zu sich nehmen. Diese wirkt – im Gegensatz zu anderen Getreidearten – nämlich nicht schleimbildend.

Auch in puncto Nährstoffgehalt muss sich Hirse keineswegs verstecken. Sie versorgt unseren Körper beispielsweise mit Magnesium (essentiell für Muskeln und Nerven), Eisen (wichtig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport – und somit hilfreich bei chronischer Müdigkeit), Kupfer (gut für das Bindegewebe), Vitamin B1, B3, B5 und B6 (diese sorgen für eine bessere Konzentrationsfähigkeit, beugen Schlafstörungen, Unruhen und Depressionen vor, stärken das Immunsystem und helfen bei der Stressbewältigung).

HIRSE, DER GESCHMACKS-ALLROUNDER

Es lohnt sich also einen Blick über den gewohnten Tellerrand zu werfen und der Hirse zu ihrem verdienten Comeback zu verhelfen! Wenn ihr euch nun fragt, wie ihr Hirse am besten zu euch nehmen sollt, dann kann ich nur sagen: Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Der leicht nussige Geschmack der Hirse lässt sich nämlich super mit allen erdenklichen Geschmacksrichtungen kombinieren. Ganz egal, ob süß oder salzig, als Frühstücksbrei mit Mandelmilch und Früchten, als Salat mit Gemüse oder sogar als Risotto: Hirse ist ein wahrer Alleskönner.

Tipp: Wer Hirse-Neuling ist und sich über den Hinweis auf der Packung wundert, man solle die Hirse vor dem Verzehr gründlich waschen, dem sei gesagt: Die kleinen Körnchen sind von einem Ölfilm umgeben. Wenn dieser mit Sauerstoff in Kontakt kommt, oxidiert er und sorgt für einen bitteren Geschmack. Ich habe anfangs auf diesen Tipp verzichtet und wurde dann im wahrsten Sinne des Wortes bitter enttäuscht. Also einfach kurz abwaschen, dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege!

HIER NOCH EINMAL DIE WICHTIGSTEN EIGENSCHAFTEN AUF EINEN BLICK:
  • Hirse ist leichtbekömmlich, schützt die Darmschleimhaut und hilft bei der Entgiftung des Körpers
  • ist nicht schleimbildend und somit gut verträglich für Menschen, die unter Atemwegserkrankungen leiden
  • wirkt entwässernd, entgiftend und entzündungshemmend
  • beugt Haarausfall vor bzw. stärkt brüchige Haare, rissige Nägel und wirkt sich positiv auf das Hautbild aus
  • beugt Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Müdigkeit, Unruhen und Depressionen vor
  • lindert Verdauungsbeschwerden
  • kräftigt das Bindegewebe