Seitdem ich weiß, dass ich histaminintolerant bin, hat sich die Liste meiner „essbaren“ Lebensmittel um ein Vielfaches verringert. Da kann es schon mal vorkommen, dass man die ein oder andere Entzugserscheinung bekommt. Um diese zu stillen, habe ich mich auf die Suche nach einer würdigen Alternative zur Banane begeben und bin tatsächlich fündig geworden.

Koch-/Mehl- oder Gemüsebanane heißt die Antwort auf meine Gelüste. Wiederentdeckt habe ich die weniger süße, dafür aber histaminarme Verwandte der Banane bei einem Streifzug durch den Asialaden meines Vertrauens. Kennen und lieben gelernt habe ich sie auf Reisen im schönen Ecuador. Dort wird „platano maduro“ (Kochbanane) in allen Formen und Konsistenzen nahezu täglich verspeist. Denn anders als die klassische Obstbanane eignet sich die Kochbanane nicht nur für Nachspeisen, sondern auch für Eintöpfe, Brei, Brot, Chips oder Wraps.

Aufgrund ihres hohen Stärkegehalts ist die Kochbanane ein exzellenter Sattmacher. Je nach Reifegrad lässt sie sich für unterschiedliche Gerichte verwenden. Eine grün-gelbe Kochbanane wird ähnlich wie eine Kartoffel verwendet, eine gelbe Kochbanane mit schwarzen Stellen eignet sich zum Braten, Backen, Kochen, Frittieren oder Stampfen. Ist die Kochbanane schwarz, schmeckt sie süßer. In diesem Zustand kann sie dann auch für sämtliche Nachspeisen herhalten.

KONVENTIONELLE BANANE VS. KOCHBANANE:

Im Vergleich zur Obstbanane aus konventionellem Anbau, muss sich die Kochbanane nicht verstecken: Denn die meisten Länder, in denen Bananen angebaut werden, produzieren eigentlich hauptsächlich Kochbananen. Anders als auf Masse gezüchtete Obstbananen, werden Kochbananen meist in Mischkulturen angebaut. Dadurch sind die Pflanzen weniger anfällig für Schädlinge und werden somit kaum oder überhaupt nicht mit Pestiziden behandelt. Das ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit.

WAS IST DRIN?

Viel Gutes ist drin, in dieser Banane. Wegen ihres hohen Gehalts an Nährstoffen wie Kalium, Magnesium, sowie Vitamin B und C wird die Kochbanane auch als die „Kartoffel der Tropen“ bezeichnet.

Weiterer Pluspunkt: Für Menschen, die wie ich an einer Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leiden, ist die Kochbanane ideal. Denn aus den unreifen Früchten lässt sich ein geschmacksneutrales Mehl herstellen, dass sich super zum Brotbacken eignet.

Auch Menschen, die an der bislang unheilbaren chronischen Darmentzündung Morbus Crohn leiden, können ihre Beschwerden mit dem Konsum von Kochbananen ebenfalls lindern. Forscher haben herausgefunden, dass die Kochbanane eine antioxidative Wirkung aufweist und daher in der Lage ist, bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Des Weiteren hat die Kochbanane einen zellschützenden Effekt. Sind die Früchte noch unreif, so sollen die darin enthaltenen Flavonoide und Leucocyanidine sogar der Bekämpfung von Magengeschwüren und Gastritis helfen.

Ein Besuch im gut sortierten Asialaden könnte sich also auszahlen. Für alle, die noch ein wenig skeptisch sind, wie sie die Kochbanane zubereiten sollen, keine Sorge: Bald gibt es Inspirationsnachschub in Form eines Pancake-Rezepts.